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 Ursprung
Lange Zeit schon ist den Menschen die heilende Wirkung der Blutegel bekannt. Bereits in der Zeit vor Christi wußte man die kleinen Tierchen gezielt in der Medizin einzusetzen. Die Blutegeltherapie wurde so populär, dass Mitte des 19. Jahrhunderts der Blutegel vom Aussterben bedroht war. Auch heute noch ist ihr natürlicher Lebensraum – das reine Wasser – durch die zunehmende Umweltverschmutzung stark begrenzt.

Wirkungsweise
Die Behandlung mit Blutegeln ist vergleichbar mit einem kleinen Aderlass auf ganz sanfte Art.
Der Blutegel injiziert über seinen Speichel einen Wirkstoffcocktail, der unter anderem Hirudin enthält. Dieser und mindestens 17 weitere hoch wirksame Bestandteile machen die Wirkung der Blutegeltherapie aus. Die wohl bekannteste Komponente ist das Hirudin. Es wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend und hat zudem eine antibiotische Wirkung. Es hilft dem Körper des Pferdes, Schwellungen abzubauen. Man spricht bei der Blutegeltherapie auch von einer Doppelwirkung: eine Injektion des Wirkstoffes und gleichzeitig werden Thromben ab gesogen. Die therapeutische Wirkung geht auch nach dem Abfallen des Egels weiter, denn jetzt kommt es zu einer Nachblutung. Diese Sickerblutung kann beim Pferd bis zu zwölf Stunden andauern und sollte nicht unterbrochen werden, da sie eine Reinigung der Wunde bedeutet.

Behandlung
Das Behandeln mit Blutegeln erfordert ein gewisses Maß an Geduld und Einfühlungsvermögen. Manche der kleinen „Beißer“ müssen erst zum Essen animiert werden. Erfahrene Tierärzte setzten die Egel behutsam an damit diese mit ihrem hinteren Saugnapf Halt finden, um dann mit dem vorderen Saugnapf eine günstige Stelle zu finden. Mit den drei Sägeleisten, die mit jeweils 80 kleinen Kalkzähnchen ausgestattet sind, beißt der Egel in die Haut und beginnt seine Mahlzeit.

Die zu behandelnde Stelle wird zuvor rasiert und mit klarem Wasser gereinigt. Seifen können das Anbeißen des Egels verhindern.



Die durchschnittliche Saugzeit beträgt ca. 30 bis 60 Minuten. Ist der Blutegel satt und voll gesogen, lässt er sich einfach fallen. Nun gleicht der sich vorher munter schlängelnde Wurm in seinem Umfang einer Nacktschnecke. Bis zu 15 ml Blut hat der Egel in sich aufgenommen




Anwendungsgebiete
„Zum Einsatz kommen unsere Blutegel bei Entzündungen im tieferen Gewebe oder bei Prellungen mit leichter Schwellung aber hochgradigem Schmerz (z.B. am Vorderfusswurzelgelenk).“ erklärt Elke Groeneveld. „Das von dem Blutegel injizierte Hirudin wirkt entzündungshemmend und nimmt somit schnell den Schmerz.“
Der Stoff gelangt sofort in das tiefere Gewebe, wo er effizienter wirken kann als vergleichsweise abschwellende Salben, bei denen die Wirkung erst deutlich später einsetzt. Des Weiteren hält man die Verletzung mit dieser Prozedur „sauber“ – beim Öffnen des Hämathoms besteht immer die Gefahr einer Verunreinigung, die gerade in Gelenknähe äusserst gefährlich wäre.

Blutegelbehandlung bei Hufrehe
Bei der Hufrehe liegt eine hochgradige ödimative Schwellung der Huflederhaut vor. Das darüber liegende Horn des Hufes behindert die Schwellung und es entsteht, bedingt durch den Druck, hochgradiger Schmerz. Das Pferd mag keinen Schritt mehr laufen.„Die Blutegel setzen wir direkt über dem Kronenrand an. Über den Biss wird auch hier der Wirkstoff injiziert. Die Durchblutung im Huf wird verbessert und die Giftstoffe können leichter abgebaut werden.” erklärt Elke Groeneveld.


Nebenwirkungen
„Es sind uns keine Nebenwirkungen bekannt. Während in der Humanmedizin ein nachhaltiger Juckreiz an den Bissstellen beobachtet wird, haben wir bei den Pferden noch keine derartigen Reaktionen wahrnehmen können.“ Die Blutegel sollten jedoch nicht bei Tieren mit folgenden Erkrankungen angewendet werden:
- schwere Anämie
- Wundheilungsstörungen
- Immunschwäche
Bei Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente erhalten, sollte ebenfalls von einer Blutegelbehandlung abgesehen